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Zahnimplantate - Operationsverfahren im Detail

Viele Wege führen zum Ziel. So auch in der Zahnmedizin. Bei den vielen verschiedenen Operations- bzw. Einsatzverfahren von Implantaten haben sich bis heute durchaus unterschiedliche Vorgehensweisen bewährt. Für den Patienten wird es dabei jedoch immer schwieriger, die Übersicht zu behalten. Der folgende Artikel soll Ihnen einen Überblick über üblichen Verfahren der modernen Implantologie verschaffen.

Implantologie mit und ohne Knochenaufbau

Die konventionelle Sicherheits-Implantologie ist ein traditionelles Verfahren, das in den 1960er Jahren für Titanimplantate entwickelt wurde. In einen gesunden Knochenausschnitt wird ein zum Implantat passendes Loch gebohrt und in dieses das Implantat mit leichter Druckspannung hineingesteckt oder geschraubt. Ein eventuell nötiger künstlicher Knochenaufbau kann im selben Zuge operativ erfolgen. Wegen der angerauhten Titanoberfläche des Implantats, wächst der Knochen innerhalb von ca. 2 Monaten an der Implantatoberfläche fest. In dieser Zeit entsteht eine dauerhafte und enorm belastbare Verbindung zwischen Knochen und Implantat. Erst wenn Implantat und Knochen fest miteinander verwachsen sind, wird der vorgesehene Zahnersatz auf dem Implantat befestigt. Nun kann die Kaubelastung beginnen.

Die Sofortversorgung

Bei der Sofortversorgung wird unmittelbar nach dem Entfernen eines Zahnes ein Implantat in die frische Wunde eingesetzt. Dieses Verfahren setzt in der Regel ein entzündungsfreies und ausreichend stabiles Knochenbett voraus, so daß ein Implantat sofort einen sicheren Halt findet. In geringem Maße kann auch gleichzeitig ein eventuell nötiger Knochenaufbau erfolgen. Dieses Verfahren bietet sich v.a. im Schneidezahnbereich an, da dann ein bereits vorhandener ästhetischer Zahnfleischverlauf am sichersten erhalten werden kann. Dieser Vorteil wird allerdings mit erhöhten Infektionsrisiken erkauft.

Die Sofortbelastung

Bei der Sofortbelastung wird auf das durch „Sofortversorgung“ gesetzte Implantat sogleich der gewünschte Zahnersatz befestigt. Dies hat den Vorteil, dass das erwünschte Aussehen, bzw. die komplette Zahnreihe sofort nach dem Entfernen des kranken Zahnes wieder zur Verfügung steht. Dieser Vorzug ist allerdings mit noch einmal erhöhtem Implantat-Verlustrisiko verbunden. Denn auch bei allen schnellen Behandlungsmethoden muss doch der Knochen mindestens 8 Wochen Gelegenheit haben, an das Implantat anzuwachsen. Das sofort mit der Krone verbundene Implantat stellt daher besondere Anforderungen an das Therapieverständnis und die Selbstdisziplin des Patienten, da hier eine konsequente Schonung der neuen Zähne erforderlich ist. Diese Notwendigkeit wird leider häufig in Presse- und Werbungsäußerungen nicht genügend zur Sprache gebracht. Selten wächst ein nach diesem Verfahren eingesetztes Implantat auch ohne Schonung ein.

 

Implantation mit CT-basierter Navigation

Seit 1996 verwenden wir diese besonders weiterentwickelte Form der Implantationstechnik. Zur Planung des Eingriffs wird eine Computer-tomographische Aufnahme („ConeBeam-CT“, "DVT") des Kiefers mit einer vorbereiteten Schablone bei uns im Hause erstellt. Damit ist nun eine umfassende Planung möglich: Art, Größe und bester Ort der künftigen Implantate wird computergestützt dreidimensional vorausgeplant. 

In der Operationssitzung werden die Implantate, durch eine Schablone geführt, exakt an die vorgesehene Stelle gesetzt. So kann unmittelbar danach – im Sinne der Sofortbelastung (s.o.) – ein vorher hergestellter provisorischer oder sogar endgültiger Zahnersatz eingesetzt werden. Dies stellt die eindeutig schnellste Art der Versorgung dar, entsprechend ist auch die Begeisterung in den Medien.

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Modernste Technik im Einsatz

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Durch Summation verschiedener verfahrensbedingter Ungenauigkeiten sind jedoch auch bei diesem Verfahren die in der Implantologie üblichen Vorsichtsmaßnahmen notwendig. Auch ist eine Zeitersparnis durch die Schnelligkeit der Versorgung nur dann gegeben, wenn kein Knochenaufbau erforderlich ist, denn dieser müsste ca. 6 Monate vorher operiert und zur Setzung der Implantate eingeheilt sein.

Gegenüber dem konventionellen Sicherheitsvorgehen mit einer einzigen Operation (Implantation mit gleichzeitigem Knochenaufbau) ist hier also nach der OP zum Knochenaufbau ein zweiter Eingriff zum Einsetzen der Implantate nötig.

Daher wenden wir diese Methode nur an, falls die Operation in einer Sitzung zum Abschluß gebracht werden kann, also wenn kein Knochenaufbau benötigt wird. Denn nur dann ergibt sich durch diese Methode ein Zeitvorteil für den Patienten.